Track Host Datum Raum
Agile Organisation Mo, 08.07.2019 Forum 3
Zeitraum
16:45 - 17:30

Dreckige Kaffeetassen in der Büroküche stehen lassen oder wegräumen? Kreatives Schreibtisch-Chaos oder Clean-Desk-Policy? Geschweifte Klammer in diese oder die nächste Zeile? Wo immer Menschen in Gruppen zusammentreffen werden Unterschiede in Ansichten, Verhaltensweisen und Erwartungen spürbar. 

Allgemein schätzen wir ein gewisses Maß an Diversität in Teams, um unsere Arbeit und Ergebnisse von möglichst vielen Seiten beleuchten zu können. Wir brauchen die verschiedenen Einflüsse, die aus unseren unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Erziehungsmustern, Umfeldprägungen, Ausbildungswegen, beruflichen Erfahrungen und Fachrichtungen zusammenkommen. Der daraus entstehende kreative Mix stärkt unsere Innovationsfähigkeit als Team.

Doch wieviel Unterschied können wir wirklich ertragen, wenn es drauf ankommt? Wieviel Andersartigkeit ist für jeden von uns tolerierbar? Was, wenn bestimmte Verhaltensweisen und Weltanschauungen sich partout nicht überein bringen lassen? Manche dieser Unterschiede sind stark genug, um die Beteiligten emotional stark zu involvieren. Daraus entstehende Konflikte werden erfahrungsgemäß eher selten angesprochen und wirklich gelöst. Damit schwelen sie in manchen Teams oder Unternehmen über Jahre, und haben das Potential, die Mitarbeiter-Zufriedenheit und letztlich auch die Produktivität massiv zu beeinträchtigen.

Das Akzeptanz-Toleranz-Modell hilft dabei, solche Unterschiede frühzeitig zu entdecken. So können Teams der Ursache möglicher Konflikte auf den Grund gehen oder diesen sogar zuvorkommen. Das Modell bietet eine Möglichkeit, die Ansichten, Verhaltensweisen und Erwartungen jedes Einzelnen auf bestimmte Themen transparent zu machen. Zum richtigen Zeitpunkt angewendet, schafft es eine adäquate Diskussionsebene über die Verschiedenheit der entdeckten Themen außerhalb von emotional belasteteten Konfliktsituationen. 
 

Alexander Kylburg
Paragraph Eins
Profile picture for user Alexander Kylburg

Nach seiner Zeit als Software-Entwickler hat Alexander vor fast zehn Jahren agile Methoden und das einladende und offene agile Mindset als neue Profession und Passion für sich entdeckt. Seitdem hilft er Teams und Unternehmen dabei, Struktur und Kultur in einer Weise zu verändern, dass Menschen darin gerne gemeinsam lernen und arbeiten, tun was sie können und mögen, und verstehen und entscheiden, wie sie damit zum Erfolg der Organisation und zum Wohlbefinden Aller beitragen können.

Aus seiner Erfahrung in der Arbeit mit Teams und seinen Beobachtungen der verschiedenen Verhaltensweisen, die mit der Veränderung der Arbeitswelt einhergehen, hat Alexander das Akzeptanz-Toleranz-Modell entwickelt. Anfang 2018 ergänzte er es um eine praktische Übung zur Anwendung in Teams und präsentierte es seitdem deutschlandweit auf Konferenzen.